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Hochzeitsbräuche

Gedichte Poltern

Hier ein paar Gedichtvorschläge fürs Poltern!


Poltergedicht: Der Polterabend Poltern

Es ist allgemein bekannt,
trampelnd kommt der Elefant
und zerbricht das Porzellan,
hält auch vor dem Glas nicht an.
Was er hinterlässt ist Stück-
werk und bringt niemand Glück.

Anders ist´s wenn Nachbars Peter,
Hinz und Kunz, kurzum ein jeder,
Teller, Töpfe, Kannen, Tassen
statt sie im Regal zu lassen,
fröhlich oder tief bewegt
vor des Brautpaars Tür zerschlägt.
Dies wird Ihnen gar nicht wehren,
sondern emsig Scherben kehren,
bis ein Haufen sich erhebt,
der stracks in den Himmel strebt.

Als vor vielen hundert Jahren
uns´re heidnischen Vorfahren
noch an böse Geister glaubten,
die dem Heim den Frieden raubten,
jagten Sie mit Schimpf und Schreck,
diese argen Trolle weg.
Mit Gepolter und Getöse
kämpfen Sie gegen  das Böse.
So liegt denn ein tiefer Sinn,
in dem Polterabend drin.

Böses weiche von der Schwelle,
Gutes nahe, Licht und Helle.
Viele Scherben wünschen wir
deshalb liebes Brautpaar, dir.



Poltergedicht: Die Kopfbedeckung


(Folgende Gegenstände werden benötigt: Haube, Zipfelmütze, gestopfte Pfeife. Die Gegenstände sollten von einer zweiten Person übergeben, bzw. angezogen werden)


Wohlan, es schlägt die letzte Stunde
des großen Tages eurer Wahl,
als Braut und Bräutigam umschlungen,
sitzt ihr noch da – zum letzten Mal.

Es ist ein Höhepunkt der Jugend,
schaut noch einmal auf sie zurück,
denn aus der Blüte eurer Tugend,
erwächst euch nun das Lebensglück.

Doch jetzt erlaub mir diese Worte,
an dich, du wunderschöne Braut,
du scheidest heut von diesem Orte,
wo du manch Luftschloss hast erbaut.

Du wirst noch denken jener Stunden
und der vergang'nen Jugendzeit
und vieler Träume deiner Jugend,
vielleicht sind sie jetzt Wirklichkeit?

Leg ab den Kranz, der dich heut schmückte,
die Blüten der Vergänglichkeit
und nimm als letzten Gruß die Häubchen,
es schmeichelt deiner Weiblichkeit!

Nun bist du Frau – und all dein Wollen,
gehört dem Manne deiner Wahl,
Du mögest friedlich mit ihm leben,
durch vieler Jahre Berg und Tal.

Die Feier nimmt den schnellen Lauf,
Herr Bräutigam, jetzt auch zu dir,
setz du nun diese Mütze auf,
es ist des Mannes höchste Zier.

Es ist das Zeichen jenes Mannes,
der nicht mehr ans Poussieren denkt,
stets seiner Frau beweist: Ich kann es
und früh die Schritte heimwärts lenkt.

Drum fliehe der Verführer Chor
und zünde dir dies Pfeifchen an
und zieh die Mütze übers Ohr
–jetzt bist du ein richtiger Ehemann.

Wohlan, könnt ihr nach fünfzig Jahren,
zurück auf diese Stunde sehn,
dann habt ihr es bereits erfahren,
was wir euch wünschten, ist gescheh'n!




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