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Gedichte/Sprüche


Liebesgedicht 7

Henry van Dyke (1852-1933)

Zeit ist
zu langsam für jene die warten,
zu schnell für jene die bangen,
zu lang für jene die trauern,
zu kurz für jene die fröhlich sind;
aber für jene die lieben,
ist Zeit Ewigkeit.
    
Hochzeitstauben

Liebesgedicht 8
Henry van Dyke (1852-1933)

Denn Liebe ist nichts anderes
als der unstillbare Durst des Herzens
nach vollständigem Verstandensein
und vollständiger Vergebung.


Liebesgedicht 9
R.G. Ingersoll (1833-1899)

Liebe ist eine Magierin,
eine Zauberkünstlerin;
die Wertloses in Freude verwandeln kann.
Sie macht aus gewöhnlichem Lehm
echte Könige und Königinnen,
sie ist der Duft der Wunderblume, Ihr Herz.
Ohnediese heilige Leidenschaftigkeit,
diese göttliche Ohnmacht,
sind wir weniger als Tiere-
aber mit ihr wird die Erde zum Himmel
und wir sind Götter.   


Liebesgedicht 10
Thomas Paine (1737-1809)

Es ist freudige entzückung die wir fühlen,
wie Maler sie nicht zu malen und Worte
sie nicht auszudrücken vermögen -
und die doch keine Kunst der Welt
verbergen Kann.
    

Liebesgedicht 11
Johann Wolfgeng von Goethe

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
in Quellen malt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
o wärst du da!
   

Liebesgedicht 12
Eduard Mörike

Wenn ich von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heiligen Wert vergnüge,
dann hör ich recht die leisen Atenzüge
Des engels, welcher sich in dir verhüllt.

Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinem Mund, ob mich kein Traum betrüge,
dass nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einziger, sich erfüllt.
   

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