Liebesgedichte Seite3
Liebesgedicht 13
Heinrich Heine
Aus meinen Tränen sprießen
Viel blühende Blumen hervor,
Und meine Seufzer werden
Ein Nachtigalchor.
Und wenn du mich lieb hast, Kindchen,
Schenk ich die die Blumen all,
Und vor deinem Fenster soll klingen
Das Lied der Nachtigall.
Liebesgedicht 14
Detlev von Liliencron
Zwischen Roggenfeld und Hecken
Führt ein schmaler Gang,
Süßes, seliges Verstecken
Einen Sommer lang.
Wenn wir uns von ferne sehen
Zögert sie den Schritt,
Rupft ein Hälmchen im Gehen,
Nimmt ein Blättchen mit.
Liebesgedicht 15
Ein Blumenglöckchen
vom Bilden hervor
war früher gesprosst
in lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen
und naschte fein:
Die müssen wohl beide
füreinander sein.
Liebesgedicht 16
Matthias Claudius
Die Liebe hemmt nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel,
UNd schlägt sie ewiglich.
Liebesgedicht 17
Helmina von Chézy
Ach, wie wär´s möglich dann,
Daß ich dich lassen kann!
Hab dich so herzlich lieb,
Das glaube mir!
Du hast das Herze mein
Ganz mir genommen ein,
Daß ich kein andre lieb,
Als dich allein!
Liebesgedicht 18
Wenn Tautropfen Perlen wären
und Sonnenstrahlen Gold,
wenn Kieselsteine nicht mehr Kiesel wären
sondern Edelsteine pur.
Und wenn der einzige Preis,
den ich dafür zahlen müsste,
deine Liebe wäre.
Dann würde ich mich
ohne Zweifel oder Zaudern
für dich entscheiden.
Denn deine Liebe ist
mein Gold, meine Edelsteine
und meine Perlen.
